Freitag, 30. Oktober 2020

30.10.2020 - Journaille

Lügen-Journalismus?

Vor 27 Jahren erscheint im „Spiegel“ eine Titelgeschichte zu einem pannenreichen Polizeieinsatz gegen die RAF. In der Folge trat der damalige Innenminister zurück. Jetzt gesteht das Magazin Fehler ein. Der Vorgang erinnert an den Fall Relotius.

Mit einer vor rund 27 Jahren erschienenen Titelgeschichte zu einem GSG-9-Einsatz gegen die terroristische Rote-Armee-Fraktion (RAF) in Bad Kleinen hat der „Spiegel“ aus Sicht einer Aufklärungskommission einen Fehler gemacht.

Im Abschlussbericht, den das Nachrichtenmagazin am Donnerstag auf seiner Website veröffentlichte, heißt es: „Nach vielen Gesprächen mit damals Beteiligten – innerhalb und außerhalb der Redaktion – ist die Kommission zu der Überzeugung gelangt, dass der ‚Spiegel‘ mit der Berichterstattung über die Abläufe in Bad Kleinen auf Basis einer mangelhaft geprüften und falschen Aussage einen journalistischen Fehler begangen hat.“

Der Autor der damaligen Titelgeschichte „Der Todesschuss“ („Spiegel“ 27/1993), Hans Leyendecker, bezeichnete den Abschlussbericht als „unredlich und unseriös“. ... WELT

 

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