Der maßlose Zorn der islamischen Welt zeigt, dass Macron recht hat
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist nach der tödlichen Messerattacke in Nizza eingetroffen. Er spricht vor Ort mit Sicherheitskräften und dem Bürgermeister von Nizza. Sehen Sie seine Erklärung hier.
„Terror in Form von Satire“ nannte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar die jüngste Erdogan-Karikatur auf der Titelseite von „Charlie Hebdo“. Seit Donnerstag früh ist klar, was der Unterschied zwischen groben Scherzen und brutalem Terror ist. Ein Attentäter ermordete in Nizza zwei Frauen, die in der belebten Innenstadt die Kirche Notre-Dame de l’Assomption aufgesucht hatten, vermutlich für einen Moment der Einkehr und des Gebetes.
Der Täter enthauptete eine 70 Jahre alte Rentnerin. Das zweite Opfer war eine 30-jährige Mutter. Laut Zeugen sagte sie noch den Satz: „Sagt meinen Kindern, dass ich sie liebe“, bevor sie starb. Dem Küster der Kirche schnitt der Attentäter die Kehle durch. Nachdem die Polizei den Mörder niederstreckte, soll dieser „wieder und wieder“ „Allahu akbar“ gerufen haben, berichtete der sichtlich verstörte Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi.
Dieser mörderische islamistische Wahnsinn ist inzwischen Alltag in Europa. Unsere französischen Nachbarn trifft er besonders häufig. Erst vor zwei Wochen war der Lehrer Samuel Paty bei Paris enthauptet worden. Fast 300 Menschen wurden in Frankreich seit 2012 von Islamisten ermordet. Das Attentat traf mit Nizza eine Stadt, in der am Nationalfeiertag 2016 ein Attentäter mit einem Lastwagen 86 Menschen getötet hatte. Ein weiterer Anschlag in der Nähe von Avignon konnte heute gerade noch verhindert werden.
Es überrascht nicht, dass in Frankreich die Nerven blank liegen. Längst nicht mehr nur Marine Le Pen ruft nach „Kriegsrecht“. Emmanuel Macron hat in einer großen Rede vor drei Wochen den „islamistischen Separatismus“ als größte Bedrohung für die Republik ausgemacht und den Aufbau eines demokratieverträglichen, französisch-republikanischen Islam gefordert. Genau das hat ihm den maßlosen Zorn der islamischen Welt eingebracht.
Doch dieser Zorn, den Erdogan durch sein verantwortungsloses Gerede mitgeschürt hat, beweist, dass Macron recht hat. Eine Ideologie, die Morde als Reaktion auf hypothetische Prophetenbeleidigung für gerechtfertigt hält, muss konsequent bekämpft werden. Sie ist nicht nur die größte Herausforderung für Frankreich, sondern für die Freiheit in ganz Europa.
Der Kampf gegen sie muss eine europäische Priorität werden. Es wäre
hilfreich, wenn man in Deutschland einsähe, dass der Islamismus die größere
Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung darstellt als einige
verschärfte Corona-Maßnahmen. Das hier ist unser Freiheitskampf. WELT
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