Dienstag, 30. Juni 2020

30.06.2020 - Getötet

Zerbrechlich
Wenn die Provinz-Medien ein Redakteur das Wort „fragil“ im Kommentar benutzt, was bedeutet das für ihn und die Leser?

Ist der Leser dieser Zeitung dumm? Oder klug, weil übersetzen kann.

Warum stattdessen nicht die Wörter „zerbrechlich“, „schwach“, „brüchig“ benutzen?

Wenn ein Redakteur „fragil“ benutzt, dann kann er nur demonstrieren, dass er dümmer ist als er schreibt...

Oder ...

„Nur wer die Wahrheit ansprecht, wird ernst genommen“ (Stimme, 26.06.2020)

G. E. Lessing: Die pure Wahrheit gibt es nur für Götter. Wir Menschen würden in der Wahrheit verbrennen. Uns Menschen bleibt nur das fortwährende Streben zur Wahrheit.










Montag, 29. Juni 2020

29.06.2020 - Zukunft


Starke und schöne Dildos
Waren Sie schon einmal in einer der Striptease-Shows der Männer-Truppe (Chippendales) in Deutschland, Europa oder USA?
Mehr als tausende kreischenden Frauen aller Altersgruppen drehen körperlich und psychisch durch.
Und die fast nackten Bodybuilder zeigen alles, was sie haben. Einige Frauen im Saal geraten ekstatisch bis hin zur Bühne ... und werden bildmäßig und teilweise real zu hässlichen Sexobjekten vorgeführt - und diese „Damen“ machen schwitzend mit rollenden Augen mit - kräftig und nass.
Bei Männern, die Stiptease-Frauen in schummrigen Sexbars mit flackernden Kerzen operieren, diesen Frauen zuschauen, ist sehr leise ... im Striptease hört man nur zarte und leise Musik im Hintergrund ...
Aber - jetzt gibt es für fettrundige, grossärschige, dürre und oft heftige Frauen schöne Bilder im Softporno für das Home-TV-Gerät…
Wer eine DVD dazu bestellt, bekommt einen dreißig Zentimeter großen Dildo ... mit Gleitcreme ...mit fünf kräftigen Batterien. ... für emanzipierten Frauen ein wunderbares Angebot … ganz ohne bauchspeckige, hässliche, biersaufende Männer ... das ist pure Frauen-Emanzipation ...
Und für die gierigen und auf Ästhetik schielende Augen ... gibt es einfache Antworten ... Der 29-jährige Schauspieler Michele Morrone (Italiener) ist ein Mann wie eine griechisch-römische Götterskulptur ... und eine göttliche Erscheinung für feuchte Frauenphantasien.
Eben ... Schön anzuschauen mit seinem tätowierten Model-Körper, ein Sexobjekt und doch mehr: Er spielt einen Mann, der Gefühle hat und Gefahr ausstrahlt. Er ist rücksichtslos und zärtlich, und wenn er eine Frau gefügig macht, erfüllt er ja bloss ihren heimlichen Wunsch.
Dieser schöne Mann ist ein Objekt des neuen und modernen Frauen-Hedonismus unserer Zeit - pur.

Inhuman
In Ländern, in denen Bücher verbrannt und Denkmale umgeworfen, geschändet, zerstört werden ... in solchen Ländern werden auch Menschen verbrannt, erschlagen, ermordet ... aus moralischen, religiösen oder politischen Gründen. Wie bei den Christen (bis wenigen Jahrzehnten), den Muslimen, den Nazis, den Kommunisten ...

Aktivisten statt Berichterstatter und Analytiker

Journalisten in Medien (ARD, ZDF, ÖR-Rundfunk, Zeitungen)
Deutsche Zeitungen, die von Bill Gates und Soros finanziell unterstützt Werden, auch vom Staat, ÖR-Rundfunk wird von Steuern (Zwang-Rundfunkbeitrag), etc. … „Freie Presse“?
... Frage: Wie kam es zu diesem Systemversagen im Journalismus - nicht bei allen, aber doch generell. Ich habe den Eindruck, wir haben es mit vielen Journalisten mit Agenda zu tun. Ich habe den Journalismus noch so gelernt, dass ihre Hauptaufgabe die Kontrolle der Mächtigen ist. Heute hat man den Eindruck, sehr viele Kollegen verstehen das gar nicht mehr und sehen als ihre Hauptaufgabe die Vermittlung von dem, was sie subjektiv als Wahrheit wahrnehmen.
Bolz: Sie haben vollkommen Recht. Das ist das Kreuz des Haltungsjournalismus. Dass sich Journalisten als politisierende Aktivisten verstehen statt als Berichterstatter und Analytiker. Das hat einen längeren Vorlauf. Wir haben es ja größtenteils mit Leuten zu tun, die direkt aus den Universitäten in die Redaktion kommen. Und ich glaube, deshalb muss man letztlich die Universitäten betrachten, bzw. die Geisteswissenschaften dort. Die haben sich seit Jahrzehnten genau in diese Richtung entwickelt: nämlich eine Politisierung der Wissenschaft. Es gab schon vor 20 Jahren das Schimpfwort „Otherhandedness“ - dass man die Dinge auch von einer anderen Seite betrachten könnte, galt als dumm und verwerflich. Geisteswissenschaftler, nicht nur die Journalisten, Soziologen, Politologen arbeiten nicht mehr nach Max Webers Methode der Wertfreiheit, sondern genau im Gegenteil: Sie verstehen sich als engagierte Aktivisten, die statt Fakten und Analysen zu unterbreiten, Ratschläge und Handreichungen geben. Genau so werden sie heute auch interviewt: So, dass sie sagen, wo es lang geht. Das ist genau das Gegenteil dessen, was Wissenschaft leisten kann. Diese Entwicklung, die wir in den Universitäten seit Jahrzehnten haben, hat sich jetzt auch in den Redaktionen niedergeschlagen. Ich habe das früher immer am Habermanismus fest gemacht.
Frage: Also an Jürgen Habermas, den Soziologen und Vordenker der Linken?
Bolz: Ja. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Leute, die Habermas Frankfurter Schule in sich aufgesaugt haben, heute in den Schaltstellen in den Redaktionen sitzen. Übrigens auch in Brüssel, und in allen möglichen Ministerien.
Frage: Wofür steht die Frankfurter Schule?
Bolz: Für Re-education, also Umerziehung. Er sagt selbst, er sei ein Kind derselben, und er mache es sich zur Aufgabe, die Deutschen umzuerziehen. Das Motto von Habermans ist: Wir produzieren nicht nur wissenschaftliche Analysen, sondern die sollen auch politische Interessen voranbringen, das ist den meisten Geisteswissenschaftlern in Fleisch und Blut übergegangen. Deshalb wird an Universitäten seit Jahrzehnten geisteswissenschaftlich nur noch Quatsch produziert. Das schlägt sich auch im Journalismus nieder: Dass man weg gekommen ist vom Ideal der Objektivität. Auch deshalb, weil man alle möglichen Dekonstruktionstheorien aufgesaugt hat.
Frage: Welche?
Bolz: Dass es ein absolutes Ideal gibt, dass nur Parteilichkeit möglich ist, politische Korrektheit alternativlos ist. Der Superstar der politischen Korrektheit der Wissenschaftler Stanley Fish, hat einmal gesagt, den meisten Menschen würde eine Gehirnwäsche sehr gut tun. Das ist heute genau die Überzeugung der meisten Journalisten und auch der meisten Geisteswissenschaftler, Politologen und Soziologen, die glauben, sie müssten als Erzieher auftreten. Ich empfehle sehr, in die Habilitationsschrift von Habermas zu schauen. Ihr Titel: „Der Strukturwandel der Öffentlichkeit“.
Frage: Was ist die Quintessenz dort?
Bolz: Da wird all das Beschriebene ganz klar entwickelt. Da tritt der Intellektuelle, also der Zeitungsmann oder Journalist, als Mandatar der bürgerlichen Öffentlichkeit auf. Das heißt, er muss sein aufgeklärtes Wissen auch gegen diese Öffentlichkeit durchsetzen. Er ist Erzieher, so Habermas. Als Erzieher kann er sich nicht der Meinung der Mehrheit unterwerfen. Im Gegenteil er muss sie erziehen und seine Meinung durchsetzen. Und genau diese Vorstellung, Lehrer der Deutschen zu sein, das ist mittlerweile die Überzeugung vieler Journalisten. Sie glauben, es mit Unmündigen zu tun zu haben. Und das bedeutet, dass der Paternalismus, den wir bereits aus der Politik kennen, jetzt auch in den Journalismus und in die Universitäten übergeschwappt ist. Wir haben es mit Erziehern zu tun, die uns an der Hand nehmen wollen.

Das ist unsere Zukunft 
 ... nicht nur in Berlin und Stuttgart und Hamburg - die kommunistische Antifa steht in der DDR2.0 für ..
- massiven Terror gegen Andersdenkende
- massive Gewalt gegen Polizei und unbequeme Politiker
- Zerstörung ganzer Innenstädte
- Bedrohung von Personen, die sich dem Abbau von Demokratie und der Islamisierung widersetzen
- Abfackeln von Autos von Bürgern, die sich an Widerstands-Demonstrationen beteiligt haben
- Abfackeln von Autos von Politikern, die eine andere Meinung vertreten als jene, die die Antifa unterstützen (NWO, Bundesregierung, Bertelsmann, Medien, Kahane etc)
- Aufforderung zum Niederbrennen von Kirchen
- Anschläge auf die Infrastruktur (Bahn, Hochwasserdämme, Stromversorgung)
- Aufforderung zur Neu-Bombardierung Dresdens (“Bomber-Harris, do it again!”)
- Aufforderung zur Massenvergewaltigung “volksdeutscher Frauen”
- Aufforderung zum Genozid an Deutschen
- Solidarisierung mit dem Islam, der, wie keine gegenwärtige Religion, zutiefst frauenfeindlich, rassistisch ist und auf Weltherrschaft drängt
- Solidarisierung mit Völkermördern wie Lenin, Stalin, Trotzki
etc.



Sonntag, 28. Juni 2020

28.06.2020 - Horden


Muskelbepackte Horden
„Mit drastischen Worten hat der katholische Stadtdekan Christian Hermes die gewaltsamen Ausschreitungen am Wochenende in Stuttgart kritisiert. „Die Ausschreitungen eines hemmungslosen und hasserfüllten Mobs heute Nacht hier vor unserer Tür machen mich fassungslos“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“.
Er ergänzte: „Die muskelbepackten Horden, die unsere Stadt zusammengehauen haben, können hoffentlich ermittelt und mit aller Härte bestraft werden.“ Empört zeigte sich der Geistliche auch über die zahlreichen Schaulustigen, „die das Ganze als großartiges Spektakel bewundert haben. Was für Affen!“ (Tagesspiegel)
Die muskelgepackten Horden, also junge und sportliche Männer, hat nur der katholische Dekan Christian Hermes in Stuttgart gesehen. Ansonsten hat die muskelbepackten Männer niemand gesichtet. Die kriminellen Zerstörer der Stuttgart Innenstadt, die von Beobachtern live und in den kleinen Filmchen im TV zu sehen, waren jung, bärtig, mit Masken im Gesicht, Kopfmützen, Sturmmasken ...bewaffnet Äxten, Metall-Stangen, Pfosten und Pflastersteine ... somit junge Migranten ... die riefen teilweise „Allahu Akbar" (Allah ist groß) ... und diese Verbrecher wurden von den üblichen anarchischen Politikkriminelle unterstützt. Zusammen - eben Polit-Mob.
Mir sagte ein Psychiater, dass die muskelbepackten Männern offenbar nur in der Phantasie des katholischen Dekans in Stuttgart herumgegeistert haben. In Männern, die im Zölibat leben und dadurch eigentümliche Sex-Phantasien entwickeln.
Übrigens... die Partyszene in Stuttgart? Nee ... das waren andere. Das waren einfach Kriminelle und Verbrecher ...

Wunder kann man nicht vollbringen
Treffen sich ein katholischer Bischof und ein abgesägter Minister in Berlin ... Fragt der Bischof der CDU-Politiker, ob er unkeusche Gedanken habe, wenn er an Angela Merkel denke. Sagt der Mann aus NRW: "Vater, ich habe schon vieles angestellt, aber Wunder kann ich nicht vollbringen."

Samstag, 27. Juni 2020

27.06.2020 - Polizei


Bürgerkrieg in Stuttgart
Berlin, Hamburg und jetzt Stuttgart. Ich bezeichne diese Straßenschlachten den Beginn eines Bürgerkriegs in Deutschland ... oder gar Europa.
Und jetzt müssen sich die Parteien Linke, SPD und die Grünen sowie ihre Jugendorganisationen und Gewerkschaften fragen, was haben sie mit diesen Straßenschlachten zu tun. Oder die Anarchisten, Kommunisten und die Antifa. Was haben sie alle damit zu tun. Mit diesem Bürgerkrieg.
WELT: „Verfassungsschutz sieht „Gefahr eines neuen Linksterrorismus“
Dabei ist das Ländle ist doch der „Vatikan“ der Grünen und der Ökos. Straßenschlachten, Zerstörung von Läden, Steine auf Polizisten ... in Stuttgart. Und die Grünen OBs in Tübingen und Stuttgart sind erstaunt.
In den USA haben wir schon den Beginn eines Bürgerkriegs, der im kommenden Wahlkampf auch eskalieren wird ... freundlich unterstützen von den Feinden der USA: China, Kuba, Venezuela, Nordkorea, Iran, Vietnam, etc.
In USA und Europa werden Denkmäler umgeworfen, und Wasser geworfen. Und in Deutschland werden Riesen-Skulpturen von Karl Marx, Erfinder einer mörderischen und kommunistischen Ideologie, und von W. J. Lenin, mörderischer Revolutionär aus Russland, errichtet ... und der demokratische Staat schweigt dazu.
Die linken Medien wie Der Spiegel, Die Zeit, Süddeutsche, etc. schwiegen zunächst sehr laut, um dann über die labernden Stellungnahmen von grünen Politikern sehr leise zu berichten ... vor allem OB Kuhn und MP Kretschmann.
Die Kanzlerin Merkel schweigt zu den Straßenschlachten in Stuttgart, wie vor Tagen über den 17. Juni 1953. Typisch.

Ergebnis der Polizei-Hetze
Berlin, Hamburg und jetzt Stuttgart. Ich bezeichne diese Straßenschlachten den Beginn eines Bürgerkriegs.
Und jetzt müssen sich die Parteien Linke, SPD und die Grünen sowie ihre Jugendorganisationen fragen, was haben sie damit zu tun. Nach der Hetze gegen die Polizei - in den letzten Tagen und Wochen.
Das Ländle ist doch der „Vatikan“ der Grünen und der Ökos. Straßenschlachten, Zerstörung von Läden, Steine auf Polizisten ... in Stuttgart. Und die Grünen OBs in Tübingen und Stuttgart sind erstaunt.

Ein treffender Kommentar von
Boris Reitschuster (* 12. Mai 1971 in Augsburg). Reitschuster ist ein deutscher Journalist und Sachbuch-Autor. Reitschuster gilt als Osteuropa-Experte und wurde durch seine Bücher über das zeitgenössische Russland bekannt. Er war von 1999 bis zum August 2015 Leiter des Moskauer Büros von Focus.


Die Stimmungsmache gegen die Polizei ist brandgefährlich
Von Filipp Piatov und Frank Schneider
22.06.2020 

Es ist für Polizisten nichts Neues, beim Einsatz beschimpft und bespuckt, von Familienmitgliedern der Verdächtigen attackiert, mit Flaschen und Steinen beschmissen zu werden. Das ist traurig genug.
Was für unsere Polizisten aber neu ist und für ganz Deutschland beschämend sein sollte: Sie können sich nicht mehr darauf verlassen, dass Politik und Öffentlichkeit hinter ihnen stehen.
Der WDR sah den „Auslöser“ für die Gewaltexzesse nicht im Hass der Randalierer auf Polizisten, sondern in der „Polizeikontrolle wegen eines Rauschgiftdelikts“. Die linke Tageszeitung „taz“, die Polizisten erst am vergangenen Montag in einer gehässigen Kolumne mit Abfall gleichsetzte und auf die Mülldeponie wünschte, legte nach den Gewalt-Exzessen in Stuttgart nach.
„Dutzende randalierender Kleingruppen sorgen für erheblichen Sachschaden. Auch die Polizei ist dabei“, so die „taz“. Die Überschrift angesichts von über einem Dutzend verletzter Beamten ein einziger Hohn: „Polizei völlig verdutzt“.
Verdutzt war eher, wer die Reaktion von SPD-Chefin Saskia Esken (58, SPD) mitverfolgte. Als es um Gewalt DURCH Polizisten ging, leitete Esken aus dem Tod des Afroamerikaners
Bei Gewalt GEGEN Polizisten fällt Esken nicht mehr ein als die Floskel, die Gewalttäter müssen „ermittelt und hart bestraft werden“.
Mit ihren Doppelstandards ist die SPD-Vorsitzende nicht allein. In Berlin stellt das „Antidiskriminierungsgesetz“ alle Polizeibeamten unter Generalverdacht. Wenn ein verhaftetes Clan-Mitglied einem Polizisten Diskriminierung vorwirft, muss der Polizist seine Unschuld beweisen. Die Unschuldsvermutung gilt – aber nicht für Polizisten.
Diese Politik trägt Früchte. Am Wochenende verhöhnten zwei festgenommene Linksextremisten die Polizisten in Berlin, dass ihnen unter der jetzigen rot-rot-grünen Regierung eh nichts passieren würde. Zuvor hatten sie Hetzplakate gegen Polizisten geklebt, sie als Mörder diffamiert.
„Durch die aktuelle Diskussion werden die Kolleginnen und Kollegen angegriffen und in ihrem Einschreiten verunsichert“, sagte der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz gestern.
Seine Worte sollten ein Alarmsignal für das ganze Land sein. (BILD)

Freitag, 26. Juni 2020

26.06.2020 - Bilderstürmer

Harald Martenstein
über einen Zug der Zeit
 
Das liberale Wertesystem landet gerade auf dem Sperrmüll
Gestürzte Statuen, nicht gedruckte Artikel, Unvoreingenommenheit von Journalisten - unser Kolumnist macht sich Gedanken über die illiberale Hygienearbeit.
 
Zurzeit passieren Dinge auf der Welt, die ich bis vor ein paar Jahren für unmöglich gehalten hätte. Nie hätte ich gedacht, dass in der besten Zeitung der USA, der „New York Times“, ein Redakteur gefeuert wird, weil er, um zu informieren, auch mal eine Meinung aus dem Trump-Lager abdruckt.
Die gleiche Zeitung hat 1931 immerhin ein Hitler-Interview und kürzlich den Meinungsbeitrag eines Taliban gedruckt. Ich würde gern alle drei Texte lesen.
Nie hätte ich gedacht, dass im „Spiegel“ einmal darüber diskutiert wird, ob Unvoreingenommenheit bei Journalisten eine Tugend sei oder eher ein Defizit. Der „richtige Klassenstandpunkt“ feiert unter neuem Namen Auferstehung.
Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass in Virginia eine Statue des Seefahrers Christoph Kolumbus gestürzt wird. Falls Kolumbus, gestorben 1506, wirklich für alles mitverantwortlich ist, was Jahrhunderte nach seiner Landung in Amerika passierte, dann doch wohl auch für das Gute, nicht nur das Schlimme. Also auch für die beliebte Stadt New York, für Abraham Lincoln oder den Kampf gegen Hitler.
 
Genauso wenig hätte ich es für möglich gehalten, dass eine Berliner Demonstration „Für die Versammlungsfreiheit“ verboten wird, weil 5000 angekündigte Teilnehmer aus Hygienegründen zu viele seien. Eine antirassistische Großdemonstration mit 15 000 Personen aber findet nur wenig später statt, obwohl sich dort viele nicht um Hygienevorschriften.
 
Das liberale Wertesystem landet gerade auf dem Sperrmüll, Ideen wie: gleiches Recht für alle. Man muss in Debatten immer auch die andere Seite hören. Es ist okay, friedlich für politische Veränderungen einzutreten. Schuld ist konkret und individuell, nicht ganze Menschengruppen können kollektiv schuldig sein, weder Weiße noch Juden noch Russen noch sonst wer.
 
Es ist verboten, Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen, um jemanden gezielt fertigzumachen. Mich wundert, dass dieses liberale, liebenswerte System vielerorts fast ohne Widerstand zusammenzubrechen scheint, wie das alte Rom.
Viele haben Angst, klar. Mir ist, als hätten die Aktivisten schon die Macht übernommen, obwohl das natürlich nicht stimmt, sie sind in der Minderheit, das waren Revolutionäre oft. Das Tragische an Revolutionen ist, dass fast nie die Unterdrückten an die Macht kommen, sondern meistens ihre selbst ernannten Repräsentanten, die Aktivisten.
 
Ich frage mich, was die Bilderstürmer und Umbenenner mit der Kantstraße vorhaben, wenn sie erst mal entdecken, dass der große Aufklärer, wie fast alle seine Zeitgenossen, nicht frei von Rassismus war. Die Vergangenheit ist durchweg unsauber, es bleibt viel Hygienearbeit zu tun.
(TAGESSPIEGEL)