Montag, 28. September 2020

28.09.2020 - Stalin und KPD

 Faschismus

„Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

Ignazio Silone, italienischer Schriftsteller, Sozialist und Antikommunist (1900 - 1978)

 Leonid Luks, Prof. em. für Mittel- und Osteuropäische Zeitgeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, zeigt in seinem äußerst lesenswerten Essayband „Die Rückkehr des Imperiums?“ , dass es Usus unter den Stalinisten war, den politischen Gegner als „Faschist“ zu diffamieren: „Zum Wesen des Stalinismus gehörte die Errichtung einer fiktiven Welt, in der die wahren Sachverhalte buchstäblich auf den Kopf gestellt wurden. Beispielhaft hierfür war die Stalinsche Faschismusdefinition. So wurden zu Beginn der 1930er Jahre, als die NSDAP von Erfolg zu Erfolg eilte, beinahe alle nichtkommunistischen Gruppierungen Deutschlands, nicht zuletzt auch die SPD, als „faschistisch” bezeichnet. Alles, was nicht KPD gewesen sei, sei zum „Faschismus” geworden, schrieb damals der kommunistische Dissident Heinz Schürer. Nie sei mit einem Ausdruck so leichtfertig umgegangen worden wie mit dem Begriff „Faschismus”.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen