Pianist Levit: Menschsein verwirkt
Der in Russland geborene Pianist Levit schrieb auf Twitter, AfD-Mitglieder seien „Menschen, die ihr Menschsein verwirkt haben“. Die Aussage stammt von 2015. Doch das macht sie nicht besser. Zumal sich Levits Duktus und Aggressivität seiner Aussagen zwischenzeitlich nicht wesentlich geändert haben. Und schlimmer noch: Statt die Aussage zurückzunehmen, verteidigte Levit sie sogar noch, vor einem Millionen-Publikum, im November 2019, im ZDF, bei Maybritt Illner. Levits Position ist die Negierung des heiligsten Grundsatzes unserer Verfassung, unserer Demokratie, die in Artikel eins des Grundgesetzes festgeschrieben ist: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Die neue Nazi-Ideologie à la Levit in seinen Worten umgeschrieben: „Juden sind Menschen, die ihr Menschsein verwirkt haben.“
Die Annahme, jemand könnte sein Menschsein verwirken, zeugt von einem zutiefst totalitären Denken. Sie stammt aus dem Wörterbuch und dem Denken der finstersten Zeiten unserer Geschichte. Sie könnte von Stalin stammen. Oder von Hitler. Wenn uns unsere Vergangenheit auch nur irgendetwas gelehrt hat, dann sollte das sein, dass niemand sein Menschsein verwirken kann. Nicht einmal ein Mörder. Aber schon gar nicht kann man jemanden wegen seiner politischen Überzeugung das Menschsein absprechen.
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