Donnerstag, 27. August 2020

27.08.2020 - Wahlkampf

Trumpf ist für deutsche Linke ein Hitler
Nicht russische oder chinesische Diktaturen
 
In der deutschen Amerika-Publizistik gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert eine Konstante. Dem Land der Freiheit seine Doppelmoral und kulturelle Rückständigkeit vorzuwerfen. So hetzen die Nationalisten, Antisemiten und die linken Sozialisten in Deutschland. Das änderte sich nur wenig nach dem Zweiten Weltkrieg, aber das blieb nur von kurzer Dauer. Mit dem Vietnamkrieg wurden die Vereinigten Staaten gerade in der Perspektive vieler Linken und Kommunisten wieder zu einem Staat über den man viel zu sagen hatte, aber selten etwas Gutes. Außer natürlich, wenn es gerade nicht um die weitgehende Übernahme des amerikanischen Lebensstils gegangen sein sollte. Linke Antiamerikaner waren immer amerikanisch sozialisiert. Es hatte damit ein Rollentausch stattgefunden, weil der Antiamerikanismus bis 1945 vor allem im Nationalisten Lager zu finden war. Das wurde aber nach 1945 zum wichtigsten Unterstützer des transatlantischen Bündnisses. Und die Linken - gesteuert in Westdeutschland von der Stasi und der DDR - hetzten gegen den US-Kapitalismus und gegen die US-Juden. ...
Heute Medien in Deutschland sehen den demokratischen Präsidentschaftskandidat Joe Biden im „Kampf gegen die Finsternis“. Die hätte der frühere Präsident Ronald Reagan zweifellos noch in der damaligen Sowjetunion vermutet, unter lebhaften Protest der westdeutschen linken Presse. ...
Die linke Leiterin des ARD-Studios in New York sieht den derzeitigen Präsidenten in einem fundamentalen Gegensatz zu den amerikanischen Werten. Diese erfreuen sich einer erstaunlichen Renaissance. Linksradikale Deutsche riefen früher auf ihren Demonstrationen „USA, SA, SS“, um ihr Verständnis des amerikanischen Wertesystems auszudrücken. Heute gilt der Faschismus-Vorwurf nicht mehr dem Land, sondern nur noch ihrem Präsidenten. Vergessen wird dabei, dass Deutschland zwei blutige Diktaturen erschaffen hat - rot und braun.
(Siehe FAZ)

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