Der Baron "Leck mich im Arsch"
Jagsthausen, das ist normalerweise die Ort und die Burg, in der Goethes "Götz von Berlichingen" ("Er kann mich im Arsche lecken") mit der eisernen Hand von Schauspielern (seit 70 jahren) geboten wird. Heuer nicht. Wegen der Coronaviren - auch im Jagsttal.
Die Gazettenschreiberin für das Jagsttal, Katharina Müller (Namensmäßig nur nach schnödes Handwerk riechend), hat ein Interview zu den Nicht-Burgfestspielen 2020 mit dem "Baron Götz von Berlichungen" gemacht. Ich weiß nicht, ob die Müllerin dem "Baron" zur Begrüßung die Hände geküßt hatte - wie üblich einstmal.
Aber in Deutschland gibt es seit 1918/1919 - das Land wurde damals vom Reich zur Republik umgetauft - keinen Adel mehr. Wie in Österreich auch nicht. Nur in Deutschland heißen die alten Adlingen jetzt "Götz" (Vorname) und "Freiherr von Berlichingen" (Nachnamen).
Auch die von sogenannten Reichsbürgern sogenannte "Baron Alexandra von Berlichingen" ist keine "Baronin" mehr - seit 1918, sondern nur noch "Frau Berlichingen" oder "Frau von Berlichingen". Der vollständige Nachname ist "Frau Freifrau von Berlichungen" (klingt reichlich doof), das sagen auch keine Jagsttäler, sondern nur die grinsenden Dumpfbacken aus dem Kocher- oder Neckartal.
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