„Es wurde mit dem Konzept der Identität regelrecht gepfuscht“
François Jullien ist einer der meistübersetzten französischen
Philosophen. Doch er lebt eher zurückgezogen, ohne Internet und
Smartphone. Mit seiner Ablehnung des Konzepts der kulturellen Identität
sorgt er für Aufregung – und prägt einen neuen Begriff.
WELT: Warum ist der Begriff der kulturellen Identität rechts wie links zu einer politischen Obsession geworden?
François Jullien: Weil es sich um eine Wahnvorstellung handelt. Nichts
ist verunsichernder als Wahnvorstellungen. Ideen kann man einordnen.
Aber hier werden wir von etwas überwältigt. Dabei handelt es sich um
eine schlichte Verwechslung zwischen Personen und Kulturen. Die Wahl
zwischen toleranter Offenheit und reaktionärer Rückzug ist falsch, weil
das Konzept nicht stimmt.
... WELT
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