Mittwoch, 11. November 2020

11.11.2020 - Härte

 Es braucht Mut zur Härte

Seit „9/11“ sind fast alle Versuche gescheitert, die muslimischen Gemeinschaften zu beeinflussen. Viele Muslime haben es nicht geschafft, sich einzugliedern. Was wir in Europa erleben, ist keine Radikalisierung, sondern Ausdruck einer uralten Radikalität.

Die Pranke des Terrors hat Europa im Griff. Immer wieder schlägt sie zu, mordet, verletzt und verängstigt. Vor allem Letzteres – die Angst – entfaltet einen Sog, nicht nur in Frankreich. Kaum einer kann sich ihrer erwehren. Trotz aller eilig getroffenen Schutzmaßnahmen bleibt seit Langem schon das triste Gefühl, dass das nur Aktionismus ist. ...

Ist es ehrlich, wenn wir von der Radikalisierung der Muslime sprechen, so als sei sie ein Problem der Gegenwart, wenn es doch seit knapp 100 Jahren eine gewaltige antiwestliche Strömung gibt, die den kulturellen Bruch mit den Werten der offenen Gesellschaft im Namen der Scharia auf ihre grünen Fahnen schreibt?

Was wir in Europa erleben, ist keine Radikalisierung. Es ist der Ausdruck einer uralten Radikalität. Sie nimmt zu, je größer die Minderheit wird. Den Schluss daraus mag jeder selbst ziehen. Grund zum Optimismus gibt es nicht.

Mit Blick auf den Attentäter von Nizza, der vor Kurzem über Lampedusa aus Tunesien kam, sollte man zumindest eines tun: den Staat zum sicheren Herkunftsland erklären und künftig alle tunesischen Asylsuchenden abweisen. Wenn dazu das Asylrecht erneut ergänzt werden muss, dann ist das eben so. Heute braucht es den Mut zur Härte. (WELT)

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