Sonntag, 29. November 2020

29.11.2020 - China

Die Macht aus der Dritten Welt

Die erste der beiden Hauptthesen des Buches der China-Experten Mareike Ohlberg und Clive Hamilton lautet, dass, wenn man von China und von chinesischen Interessen spricht, man klar von der Herrschaft und den Herrschaftsinteressen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) sprechen muss, denn die Interessen der KPCh und des chinesischen Volkes sind alles andere als kongruent, auch wenn sich die Kommunisten immer auf das Volk berufen.

In der zweiten Hauptthese heißt es: „Die Kommunistische Partei Chinas ist entschlossen, die internationale Ordnung zu verändern und die Welt nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Anstatt andere Länder von außen anzugreifen, sucht die Partei Verbündete, bringt Kritiker zum Schweigen und unterwandert westliche Institutionen, um den Widerstand gegen ihr Machtstreben von innen zu schwächen… Für die KPCh hat der Kalte Krieg nie geendet.“

Eine aktuelle Meldung bestätigt die Thesen von Clive Hamilton und Mareike Ohlberg. Zum 23.11.2020 lud China zur Weltkonferenz zum Thema Internet ins südchinesische Wuzhen ein. Zhao Zeliang vom Nationalen Internet Informationsamt in Peking erklärte in typischer Propagandamanier der Kommunistischen Partei Chinas: „Die Veranstaltung in Wuzhen soll den Geist der Offenheit und Zusammenarbeit vermitteln. Wir wollen deutlich machen, dass China dazu beitragen will, den globalen Cyberspace zu einem inklusiven und ausgewogenen Ort zu machen, von dem alle profitieren können.“ Wenn China von „allen“ spricht, meint es China, genauer die Kommunistische Partei Chinas. In Wahrheit wird das Internet in China stark überwacht und zur Kontrolle und Manipulation der chinesischen Bürger genutzt. Ziel der KPCh ist es, das Expansionsprojekt „Neue Seidenstraße“ für das Internet zu adaptieren. ... (Tichy)

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen