Donnerstag, 20. August 2020
20.08.2020 - Madonnen
Stürmung der Kirchen
Im Jahr 2019 flohen 272.000 Christen aus der Kirche der EKD. In einem Facebook-Post vermutete der Chefredakteur Reinhard Mawick des wohlfühlprotestantischen Kulturblättchen „zeitzeichen“, das unter anderem von Heinrich Bedford-Strohm herausgegeben wird, „dass „rechte Christen“ …. eben doch verstärkt austreten.“ Dass in der EKD offensichtlich zwischen guten und schlechten, zwischen „rechten“ und rotgrünen Christen unterschieden wird, zeigt das schismatische Wirken der Kirchenfunktionäre, die nicht einen, sondern spalten, die Zwietracht unter den Christen säen. Dekuvrierend ist Mawicks Statement deshalb, weil es im Umkehrschluss besagt, dass diejenigen, die aus der Kirche austreten, automatisch durch ihren Austritt rechts seien. Wer als Christ aus der Kirche austritt, kann nur ein rechter Christ, und rechts sind alle, die nicht rotgrün oder, um das Oxymoron zu benutzen, nicht linksliberal sind.
Aber vielleicht ist es auch gut, dass in der Kirche Platz für neue, nicht rechte, sondern ausgesprochen progressive Christen ist. So forderte der Aktivist der Black Lives Matter Bewegung, Shaun King, die Kirchen zu stürmen, die Bilder und Statuen, die Jesus Christus und die Heilige Familie als weiß darstellen, zu zerstören, weil sie rassistisch wären, weil sie als rassistische Propaganda die Unterdrückung der People of Color fördern würden. Überhaupt sollten alle bemalten Fenster eingeworfen, alle Fresken und Gemälde vernichtet werden, auf denen biblische Figuren als Weiße dargestellt worden waren. Würde dieser Bildersturm umgesetzt, würde es die Vernichtung der europäischen Kunst von Giotto bis Albrecht Dürer, von Leonardo da Vinci bis Michelangelo – man denke nur an die Sixtinische Kapelle, an Raffaels Madonnen – bedeuten.
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