Wer wäre gegen Vorsicht und Rücksicht? Dort wo es sinnvoll ist und keine schlimmeren Schäden anrichtet. Aber in Berlin, wo jeder herum demonstrieren darf, wie es ihm gefällt, ist das Singen in geschlossenen Räumen verboten. Als menschliche Ölsardine dürfen wir wieder nach Mallorca fliegen, aber nicht neben anderen im Theater sitzen. Fußballer sollen spielen, Orchestermusiker auf keinen Fall. Wir sind kein Kulturstaat, jetzt wird es endgültig klar. Wir haben immer nur so getan. Wir zählen täglich die Tassen im leeren Regal. Ostseestrände werden von Ostwestfalen gesäubert. Sollen sie doch nach Italien fahren. Solche Willkür hat System. Der Mensch soll den Ausnahmezustand spüren. Corona als Machtinstrument. Vernunft und Lebensfreude könnten gut miteinander harmonieren, wenn man mit seiner Partnerin zuhause tanzt: behauptet der von keinerlei Selbstzweifel belästigte und vor Rechthaberei strotzende Aktionist Söder. Ernsthaft. Ein Satz für die neue grüne Markus-Bibel im Westentaschenformat, die an jeden kostenlos verteilt wir, der sich freiwillig testen lässt. Und alle nicken dazu. Fast alle. Da sitzt doch noch dieser kahl geschorene Tropenmediziner Jonas Schmidt-Chanasit in der Runde und behauptet: Der Dauerzustand des Alarmismus führe zu Ermüdung. Das sei dann kontraproduktiv. Das soll ein Virologe sein? Er hat nichts kapiert.
Der Alarmismus nämlich ist erwünscht. Er ist die Grundlage einer neuen
Herrschaftsform. Die Diktatur demokratisch gewählter Gesundheitspatriarchen.
Die das Volk vor sich selbst schützt. Wir sind längst nicht mehr nur in den
Fängen einer Pandemie, sondern auch einer neuen Ideologie. Gesund bleiben ist
die erste Bürgerpflicht. Kein Virus, kein Fleisch, keine gefährliche Kultur,
keine Unfälle mehr auf Autobahnen, schon gar nicht mit Hilfe von
Verbrennungsmotoren, keine Weltreisen, usw. Die Ideologie der Gesundheit fußt –
wie die verwandte Klimahysterie – auf Verzicht. Nur darum geht es. Nicht wir
entscheiden, andere tun es für uns. Eigenverantwortung war gestern. (WH/TE)
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