CDU, dominante Kraft im linken Lager
Neue Mitte: nur in Umrissen
erkennbar. Aber schon jetzt lässt sich sagen, dass ihre
Demarkationslinien durch unerschlossenes Territorium verlaufen. Die
Vorsitzende der Linkspartei in Thüringen hat eine erste Grenze
abgesteckt, als sie davon sprach, dass CDU und FDP die Chance hätten,
die „Reihen der Demokraten wieder zu schließen“, indem sie sich hinter
Bodo Ramelow versammelten.
Die Reihe der Demokraten beginnt nach diesem Verständnis beim
Marxistischen Forum beziehungsweise den Maduro-Fans, die das Loblied
des venezolanischen Diktators singen, und endet bei den fortschrittlich
gesinnten Kräften im bürgerlichen Lager, die nach dem Debakel von Erfurt
bereit sind, jeden Schwur zu leisten, damit man ihnen vergibt.
Eine
demokratische, verfassungsrechtlich einwandfreie Wahl wird zum
„Zivilisationsbruch“ und gerät damit sprachlich in die Nähe des
Holocaust. Ein Chefredakteur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nimmt
den Ball auf und spricht in einem Fernsehkommentar von „Endstation
Buchenwald“.
Die CDU zur dominanten Kraft im linken Lager zu machen
ist eine Strategie, die Angela Merkel seit Langem beharrlich verfolgt.
Die große Koalition war bei ihren Vorgängern immer als Ausnahme gedacht,
bevor man zur natürlichen Ordnung zurückkehren konnte, worunter die
Koalition mit den Freidemokraten verstanden wurde. Merkel hat es nie so
ausgesprochen, aber für sie war das Bündnis mit der SPD eine politische
Heimatfindung. (Focus)
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